Dosierte Wiederholbarkeit als Logik

Pacing bedeutet, Aktivität nicht nach Tagesform zu dosieren, sondern nach einem stabilen Niveau, das auch an schlechten Tagen machbar bleibt. Das ist gegen die Intuition. An guten Tagen wäre mehr möglich, an schlechten gar nichts. Genau dieses Muster führt aber zu starken Schwankungen, häufigen Rückschlägen und dem Gefühl, keine Kontrolle zu haben. In der Schmerzmedizin wird dieses Muster Boom-and-Bust genannt.

Pacing kehrt diese Logik um: niedrig starten, regelmäßig bleiben, schrittweise steigern. Ein konkretes Beispiel: Wer aktuell zehn Minuten am Stück gehen kann, beginnt nicht mit zwanzig, sondern mit fünf bis sieben Minuten an mehreren Tagen pro Woche. Erst wenn dieses Maß zwei bis drei Wochen stabil läuft, wird vorsichtig gesteigert.

Das wirkt unspektakulär, und das ist seine Qualität. Wirksam ist nicht die maximale Belastung, sondern die wiederholbare.

Liniendiagramm: Pacing-Linie steigt stetig leicht an, Boom-Bust-Linie zeigt starke Schwankungen mit Rückschlägen.
Pacing schlägt Höchstleistung: stetige, dosierte Aktivität führt im Verlauf weiter als schwankendes Boom-and-Bust-Muster.