Sechs Kapitel, etwa 35 Minuten Lesezeit

Schlichtes Blumenarrangement in einer Glasvase, weiches Licht

Was bedeutet Endometriose für meinen Schmerz?

Endometriose ist eine chronische, hormonabhängige Erkrankung, bei der Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter wächst. Die Diagnose und die Behandlung der Herde sind Aufgabe der Gynäkologie. Der Schmerz folgt dem Befund aber nicht zuverlässig: Kleine Herde können stark schmerzen, ausgedehnte wenig. Diese Serie erklärt, warum das so ist und was die Schmerzmedizin ergänzend leisten kann.

Worum es in dieser Serie geht

Die gynäkologische Behandlung mit Hormonen und, wo nötig, einer Operation bleibt für die meisten Frauen die Grundlage. Sie reicht nicht immer aus. Ein Teil der Betroffenen hat weiter Schmerzen, obwohl die Herde behandelt sind, oder hat Beschwerden, die über den Unterbauch hinausgehen: Blase, Darm, Rücken, Kopf, Erschöpfung. Die aktualisierte deutsche Leitlinie von 2025 verlangt deshalb erstmals ausdrücklich, dass schon bei der ersten gynäkologischen Abklärung nach Hinweisen auf eine Chronifizierung und nach den Mechanismen des Schmerzes gefragt wird.

Die sechs Kapitel bauen aufeinander auf. Sie lassen sich auch einzeln lesen, wer aber verstehen will, warum eine bestimmte Behandlung vorgeschlagen wird, liest sie am besten der Reihe nach.

Kapitel

  1. Warum Herde und Schmerz nicht zusammenpassen

    Was Endometriose ist, warum die Schmerzstärke nicht am Befund abzulesen ist, warum die Diagnose oft Jahre dauert und was diese Jahre mit dem Schmerz machen.

  2. Warum Schmerzen bleiben können

    Drei Anteile, die ein Endometrioseschmerz haben kann: die Herde selbst, gereizte Nerven und ein Nervensystem, das empfindlicher geworden ist. Dazu Beckenboden, Blase, Darm und Begleitsyndrome.

  3. Wie eine gute Abklärung aussieht

    Was eine schmerzmedizinische Anamnese fragt, welche Fragebögen sinnvoll sind, was untersucht wird und ab wann die Leitlinie von „unzureichender Symptomkontrolle" spricht.

  4. Behandlung mit System

    Hormonelle Basis, ab wann Schmerztherapie dazukommt, was multimodal heißt, welche Rolle Physiotherapie, psychologische Schmerztherapie, Bewegung und Ernährung spielen.

  5. Medikamente gegen den Schmerz

    Schmerzmittel, Koanalgetika, Gabapentin, Opioide und Cannabis: was belegt ist, was ein Therapieversuch ist und woran Sie erkennen, ob ein Mittel wirkt.

  6. Selbst aktiv, und wie es weitergeht

    Bewegung, Sexualität, Kinderwunsch, Rehabilitation, Selbsthilfe, Schwerbehinderung und die Frage, wie Sie das Umfeld mitnehmen.

Weiterführende Quellen

Deutschsprachige Leitlinien

Internationale Leitlinien

Hinweis: Diese Seite dient der medizinischen Orientierung und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnostik oder Behandlung. Bei Endometriose bleibt die kontinuierliche gynäkologische Betreuung die Grundlage; die schmerzmedizinische Behandlung ergänzt sie.