Grundlagen

Faszienrolle: Was sie kann und was nicht

Die Rolle wirkt. Nur nicht so, wie alle denken Die Faszienrolle steht in Millionen Wohnzimmern, und fast alle benutzen sie mit derselben Erklärung im Kopf: Sie löse Verklebungen im Bindegewebe. Das tut sie nicht. Und das ist keine Frage schwacher Studien, sondern eine Frage der Physik. Trotzdem tut die Rolle vielen Menschen gut. Das ist kein Widerspruch, sondern die eigentlich interessante Geschichte. Warum Verklebungen nicht lösbar sind Forscher haben berechnet, welche Kraft nötig wäre, um menschliche Faszien tatsächlich zu verformen. Nicht dauerhaft, sondern überhaupt: um ein einziges Prozent. ...

13. Juli 2026 · 6 Minuten · Robert Bonnemann

Pacing in der Bewegung

Bewegung als Hauptanwendung Pacing meint das gleichmäßige Dosieren von Belastung über den Tag (Übersicht: Pacing und Routinen ). Die Bewegungstherapie ist das am besten untersuchte Feld für Pacing. Hier wurde zuerst untersucht, wie sich eine dosierte, regelmäßige Belastung über Wochen gegenüber einem Wechsel aus Schonen und Übertreiben verhält. Aus diesem Forschungsfeld stammt der Begriff selbst, und auch die heute übliche Praxis (klein anfangen, im stabilen Verlauf langsam steigern, schlechte Tage nicht streichen, sondern verkleinern) ist hier entstanden. ...

13. Mai 2026 · 1 Minute · Robert Bonnemann

Was Pacing bedeutet

Dosierte Wiederholbarkeit als Logik Pacing bedeutet, Aktivität nicht nach Tagesform zu dosieren, sondern nach einem stabilen Niveau, das auch an schlechten Tagen machbar bleibt. Das ist gegen die Intuition. An guten Tagen wäre mehr möglich, an schlechten gar nichts. Genau dieses Muster führt aber zu starken Schwankungen, häufigen Rückschlägen und dem Gefühl, keine Kontrolle zu haben. In der Schmerzmedizin wird dieses Muster Boom-and-Bust genannt. Pacing kehrt diese Logik um: niedrig starten, regelmäßig bleiben, schrittweise steigern. Ein konkretes Beispiel: Wer aktuell zehn Minuten am Stück gehen kann, beginnt nicht mit zwanzig, sondern mit fünf bis sieben Minuten an mehreren Tagen pro Woche. Erst wenn dieses Maß zwei bis drei Wochen stabil läuft, wird vorsichtig gesteigert. ...

13. Mai 2026 · 1 Minute · Robert Bonnemann

Was wir wissen und was nicht

Diese Seite erklärt, warum die Studienlage bei chronischen Schmerzen oft dünn ist, wie sich Unsicherheit von Beliebigkeit unterscheidet und nach welcher Regel sich trotz offener Fragen entscheiden lässt.

14. Juli 2026 · 6 Minuten · Robert Bonnemann

Weiterführend

Multimodale Schmerztherapie

Wenn Schmerz mehrere Wurzeln hat, braucht es mehrere Werkzeuge Multimodale Schmerztherapie kombiniert ärztliche, körperliche, edukative und psychologische Bausteine zu einem abgestimmten Programm. Sie ist die am besten untersuchte Antwort auf chronischen Schmerz, der über mehrere Monate besteht und sich durch eine einzelne Maßnahme nicht stabilisieren lässt. ...

13. Mai 2026 · 5 Minuten · Robert Bonnemann

Sehnen, Faszien und Bindegewebe: was Training verändert

Sehnen, Faszien und Bindegewebe: was Training verändert Rund um Sehnen, Faszien und Bindegewebe kursieren viele Versprechen: dass Gewebe erst heilen müsse, dass eine Rolle Verklebungen löse, dass die richtige Ernährung die Sehne aufbaue. Diese Seite ordnet die häufigsten Fragen ein und trennt das, was gut belegt ist, von dem, was man nur vermutet. Sie ist die Begleitseite zur Podcast-Folge zum selben Thema. Die Kernbotschaft vorweg: Bindegewebe wird durch Training nicht repariert, aber belastbarer. Was dafür zählt, ist die richtige Dosis und die richtige Reihenfolge, nicht ein Wundermittel. ...

15. Juli 2026 · 7 Minuten · Robert Bonnemann

Ergänzungen

Bandscheibenvorfall: Wie lange dauert die Genesung?

Etwa 85 bis 90 Prozent der symptomatischen Bandscheibenvorfälle stabilisieren sich innerhalb von 6 bis 12 Wochen unter konservativer Therapie. Der Bildbefund sagt weniger über den Verlauf aus als die klinische Dynamik der ersten Wochen.

13. Mai 2026 · 10 Minuten · Robert Bonnemann

Bewegung

Bewegung als Therapie-Baustein Bewegung gehört zu den am besten untersuchten Faktoren bei chronischen Schmerzen. Ihre Wirkung läuft über mehrere Ebenen: körperliche Belastbarkeit, Schmerzverarbeitung im Nervensystem, Selbstwahrnehmung und Alltagsstabilität. Bedeutung bei chronischen Schmerzen Bewegung gehört bei vielen chronischen Schmerzformen zur evidenzbasierten Erst-Linie der Behandlung. Das gilt vor allem für muskuloskelettale Bilder wie chronischen Rücken- oder Knieschmerz und für systemische Bilder wie die Fibromyalgie. Bei viszeralen und neuropathischen Schmerzen ist Bewegung in der Regel ergänzender Baustein, während die ursachenorientierte oder medikamentöse Behandlung im Vordergrund steht. Mehrere deutsche und internationale Leitlinien sowie systematische Übersichtsarbeiten führen Bewegung übereinstimmend als zentralen Baustein. ...

11. Mai 2026 · 10 Minuten · Robert Bonnemann

Fibromyalgie und Bewegung: wie viel ist sinnvoll?

Die Wahl der Sportart spielt eine geringere Rolle als die Frage, ob sich die Aktivität dauerhaft halten lässt. Ein niedriger, stabiler Einstieg mit schrittweiser Steigerung hat sich bewährt.

27. April 2026 · 8 Minuten · Robert Bonnemann

Komplementäre Verfahren

Was komplementäre Verfahren leisten Manualtherapie, Osteopathie, Massage, Akupunktur und verwandte Verfahren werden bei chronischen Schmerzen häufig in Anspruch genommen. Wirksamkeit, Indikation und Grenzen unterscheiden sich erheblich zwischen den Verfahren. Diese Seite ordnet ein, ohne pauschal abzulehnen oder zu überhöhen. Manuelle Verfahren: was ist was Manuelle Medizin, manuelle Therapie, Chiropraktik und Osteopathie werden im Alltag oft synonym benutzt, meinen aber Unterschiedliches. Sie unterscheiden sich vor allem in Ausbildung, Berufsgruppe und rechtlichem Rahmen, weniger in der eigentlichen Handgrifftechnik. Eine kurze Sortierung hilft bei der Auswahl. ...

11. Mai 2026 · 7 Minuten · Robert Bonnemann

Magnesium bei Schmerz: Wann sinnvoll, wann verzichtbar

Magnesium ist eines der häufigsten Selbstmedikations-Präparate bei chronischen Schmerzen. Die Evidenz ist je nach Indikation sehr unterschiedlich. Dieser Artikel ordnet ein, wo der Nutzen belegt ist und wo nicht, welche Form und Dosierung sich bewährt haben und welche Sicherheitsaspekte zählen.

18. Mai 2026 · 10 Minuten · Robert Bonnemann

Medikamente

Schmerzmedikamente einordnen Bei chronischen Schmerzen kommen Substanzen aus sehr verschiedenen Klassen zum Einsatz: klassische Schmerzmittel, Antikonvulsiva, Antidepressiva, Cannabinoide, Low-Dose-Naltrexon und andere. Welche Substanz sinnvoll ist, hängt vom Schmerzmechanismus ab, nicht von der Schmerzstärke allein. Diese Seite gibt einen Überblick. Konkrete Indikationen und Aufdosierungen gehören in die ärztliche Sprechstunde. Was Medikamente leisten Schmerzmedikamente wirken meist nicht heilend, sondern entlasten symptomatisch oder beeinflussen Schmerzverarbeitungsmechanismen. Sie sind häufig ein Baustein in einem Gesamtkonzept, das auch Bewegung, Schlaf, Stressregulation und gegebenenfalls Psychotherapie einschließt. ...

11. Mai 2026 · 3 Minuten · Robert Bonnemann

Pacing und Routinen

Wiederholbarkeit schlägt Intensität Aktivität dosieren, nicht maximieren Pacing bedeutet, Aktivität nicht nach Tagesform zu dosieren, sondern nach einem stabilen Niveau, das auch an schlechten Tagen machbar bleibt. Routinen sind das Skelett, an dem dieses Pacing hängt. Kapitel Was Pacing bedeutetBoom-and-Bust als Muster, dosierte Wiederholbarkeit als Antwort. Warum unspektakulär die richtige Qualität ist. ...

13. Mai 2026 · 1 Minute · Robert Bonnemann

Schmerz nach einer Rückenoperation: was dahintersteckt

Anhaltender Schmerz nach einer Rückenoperation bedeutet nicht, dass etwas schiefgelaufen ist. Entscheidend ist die Reihenfolge: zuerst behandelbare strukturelle Ursachen in Rücksprache mit dem operativen Fach klären, dann konservativ-multimodal behandeln.

19. Juni 2026 · 6 Minuten · Robert Bonnemann

Schmerzmodelle: wie moderne Schmerzmedizin denkt

Wie moderne Schmerzmedizin Schmerzen ordnet Ein „Modell" in der Medizin ist ein Erklärungsrahmen: eine Art, wie über ein Phänomen gedacht wird. Das Modell beeinflusst, welche Diagnostik gewählt, welche Therapie vorgeschlagen und welche Erwartung formuliert wird. Bei chronischen Schmerzen unterscheiden sich die gängigen Modelle erheblich, und die Wahl des Modells hat Konsequenzen für den Verlauf. ...

11. Mai 2026 · 4 Minuten · Robert Bonnemann

Vitamin D: Messen, Zielwerte und sinnvoll supplementieren

Wann eine Messung sinnvoll ist, welche Zielbereiche plausibel sind, wie eine vernünftige Supplementierung aussieht und wo die Grenzen dessen liegen, was sich von einem einzelnen Laborwert erwarten lässt.

13. April 2026 · 8 Minuten · Robert Bonnemann