Grundlagen

Die Idee dahinter

Ein Alarm, der weiterläuft Bei manchen chronischen Schmerzen ist die Ursache nicht allein im Gewebe zu finden, sondern zu einem großen Teil in einem Nervensystem, das ein Schutzsignal weiter sendet, obwohl der Anlass vorbei ist. Dieses Kapitel erklärt, worauf der Ansatz aufbaut, der an dieser Stelle ansetzt, und aus welchen Bausteinen er besteht. Der Unterschied zu allem, was Sie vielleicht schon kennenDie verbreiteten psychologischen Verfahren bei chronischem Schmerz haben ein gemeinsames Ziel: besser mit dem Schmerz leben. Sie vermitteln Strategien, um trotz Schmerz handlungsfähig zu bleiben, und das ist sinnvoll und gut untersucht. ...

29. Juli 2026 · 3 Minuten · Robert Bonnemann

Für wen es passt und wann es warten sollte

Eine Frage der Passung Vor der Technik steht die Frage, ob das Vorgehen zu Ihrem Beschwerdebild passt. Wer am Ende davon profitiert, lässt sich bislang nicht vorhersagen. Schon vom Ansatz her ist es für einen Teil der Menschen mit chronischem Schmerz gedacht, nicht für alle. Was dafür sprichtMehrere der folgenden Punkte sprechen dafür, und sie müssen zusammen auftreten, nicht einzeln: die Beschwerden begannen in einer belastenden Lebensphase oder ohne Unfall Untersuchungen haben keine ausreichende Erklärung ergeben, oder der Befund passt nicht zum Beschwerdebild der Schmerz wechselt Ort oder Stärke ohne mechanisch nachvollziehbaren Grund es bestehen weitere Beschwerden wie Kopfschmerzen, Reizdarm, Schwindel oder anhaltende Erschöpfung es gibt ausgeprägte Angst vor Bewegung und deutliches Vermeidungsverhalten es gab Situationen, in denen eine sonst schmerzhafte Bewegung problemlos möglich war Diese Aufzählung ist kein Selbsttest, sondern Stoff für ein Gespräch. Ob bei Ihnen ein empfindlich gewordenes System im Vordergrund steht oder ein anderer Anteil, lässt sich beim Lesen einer Webseite nicht klären. Und niemand sollte nach dieser Seite einen Befund für unwichtig halten. ...

29. Juli 2026 · 3 Minuten · Robert Bonnemann

Hinsehen ohne Angst: die Übung

Hinsehen, beschreiben, als sicher einordnen Zwischen dem Satz, eine Empfindung sei ungefährlich, und der Erfahrung, dass sie es ist, liegt ein erheblicher Abstand. Den Satz versteht man sofort. Die Erfahrung kann erst entstehen, wenn die Empfindung tatsächlich erlebt wurde. Dafür gibt es diese Übung. Im Kern ist sie schlicht. Sie richten Ihre Aufmerksamkeit auf die schmerzende Stelle und schauen, was dort ist. Worauf es ankommt, ist nicht das Hinschauen allein, sondern die Haltung, in der Sie hinschauen. Und genau die geht leicht verloren, ohne dass man es merkt. ...

8. Oktober 2026 · 7 Minuten · Robert Bonnemann

Schmerz neu einordnen: chronischen Schmerz verlernen?

Wenn der Alarm bleibt, obwohl nichts kaputt ist Die Bedeutung des Schmerzes verändern Bei manchen chronischen Schmerzen ist die Ursache nicht allein im Gewebe zu finden, sondern zu einem großen Teil in einem Nervensystem, das ein Schutzsignal weiter sendet, obwohl der Anlass vorbei ist. Für diese Schmerzform gibt es einen Ansatz, der nicht das Gewebe behandelt und nicht das Aushalten trainiert, sondern etwas Drittes: die Einordnung der Empfindung selbst. ...

29. Juli 2026 · 2 Minuten · Robert Bonnemann

Was die Studien zeigen

Zwei Zahlen, die zusammengehören Zu diesem Thema wird mit einer Zahl geworben, die unter Idealbedingungen zustande kam. Deshalb lohnt es sich, genau hinzusehen, woher die Zahlen stammen und wie sie zusammengehören. Die AusgangsstudieSie untersuchte Menschen mit chronischem Rückenschmerz, im Mittel seit zehn Jahren. Nach vier Wochen mit neun Sitzungen waren zwei Drittel nahezu oder vollständig schmerzfrei, verglichen mit einem Fünftel unter einer Scheinbehandlung, einer offen als Placebo gegebenen Spritze. Dieselbe Gruppe wurde nach fünf Jahren erneut befragt: Gut die Hälfte war weiterhin nahezu schmerzfrei. Diese Zahl braucht allerdings ihren Vergleich, sonst führt sie in die Irre, denn auch von den Menschen ohne diese Behandlung war zu diesem Zeitpunkt gut ein Drittel nahezu schmerzfrei. Der Vorsprung war nach fünf Jahren also noch da, aber schmaler als direkt nach der Behandlung. Was die Teilnehmer in diesen fünf Jahren sonst noch an Behandlung bekamen, wurde nicht erfasst. ...

29. Juli 2026 · 3 Minuten · Robert Bonnemann

Was realistisch herauskommt

Bilanz auf drei Achsen Die naheliegende Frage, mit der man in so ein Vorgehen hineingeht, lautet: Wird es weniger weh tun? Diese Frage ist berechtigt und für eine Bilanz zu schmal. Drei Achsen statt einer ZahlBrauchbar ist der Blick auf drei Achsen. Die erste ist die Schmerzstärke. Die zweite ist die Beeinträchtigung, also das, was Sie wieder tun können. Die dritte ist die Angst, also wie viel Sorge Ihnen der Schmerz noch macht. Diese drei bewegen sich unterschiedlich schnell. Nach klinischem Eindruck kommt oft die dritte zuerst, dann die zweite, und die erste zuletzt oder gar nicht. Eine feste Reihenfolge ist das nicht, und belegt ist sie auch nicht. ...

29. Juli 2026 · 4 Minuten · Robert Bonnemann

Zurückholen, was weggefallen ist

Den Kreis wieder größer machen Eine Getränkekiste vom Boden heben. Eine Stunde im Auto sitzen. Ein Treffen mit Freunden zusagen, ohne zu wissen, wie der Tag wird. Bei chronischen Schmerzen können genau solche Dinge nach und nach aus dem Alltag verschwinden. Der Schmerz ist dabei vielleicht gar nicht stärker geworden. Kleiner geworden ist der Kreis, in dem sich das Leben bewegt. Dieses Kapitel beschreibt, wie er wieder größer werden kann, und warum das an der Größe der Schritte hängt und nicht am Mut. ...

8. Oktober 2026 · 9 Minuten · Robert Bonnemann