Grundlagen

Warum Routinen das Pacing tragen

Routine ist Pacing, das hält Pacing meint das gleichmäßige Dosieren von Belastung über den Tag (Übersicht: Pacing und Routinen ). Pacing und Routine gehören zusammen, sie sind nicht zwei verschiedene Dinge. Pacing legt fest, was eine tragfähige Dosis ist. Routine macht daraus einen Ablauf, der nicht jeden Tag neu verhandelt werden muss. Ohne diesen zweiten Schritt bleibt Pacing eine gute Idee, die im Alltag täglich neu durchgesetzt werden muss: Schaffe ich heute den Spaziergang oder bleibe ich auf der Couch? Wann lege ich die Mittagspause ein, bevor der Rücken zu macht? Mache ich jetzt die Übung oder erst nachher? Jede dieser Entscheidungen kostet Energie und Aufmerksamkeit, beides ist bei chronischen Schmerzen häufig knapp. ...

13. Mai 2026 · 2 Minuten · Robert Bonnemann

Wie tragfähige Routinen entstehen

Vom Vorsatz zur tragfähigen Gewohnheit Pacing meint das gleichmäßige Dosieren von Belastung über den Tag (Übersicht: Pacing und Routinen ). Routinen entstehen nicht durch Vorsatz, sondern durch einen Aufbau, der so klein ist, dass er auch an schlechten Tagen trägt. Wer mit dem ganzen Programm beginnt, verliert die Routine bei der ersten Unterbrechung. Wer mit einem schmalen Anker startet, an dem das Programm später angedockt werden kann, kommt weiter. Fünf Bausteine, die sich im Verlauf bewährt haben. ...

13. Mai 2026 · 3 Minuten · Robert Bonnemann

Weiterführend

Aufmerksamkeit nach außen lenken

Zwei feste Termine pro Woche Schmerz drängt sich in den Vordergrund. Das ist keine Einbildung und keine Charakterfrage, sondern eine Grundeigenschaft der Aufmerksamkeit: Ein Signal, das Schutz verlangt, kann unterbrechen, was gerade geschieht. Wo wenig anderes um Aufmerksamkeit konkurriert, etwa in einer ruhigen Arbeitsphase, an freien Abenden oder nach einem Rückzug, kann der Schmerz deshalb weiter nach vorn rücken, ohne dass sich am körperlichen Befund etwas geändert hat. Diese Übung setzt ein bewusstes Gegengewicht. ...

14. Oktober 2026 · 3 Minuten · Robert Bonnemann

Drei Prinzipien, die wirklich helfen

Pacing (Wiederholbarkeit statt Maximalleistung), Multimodalität (mehrere Ebenen statt Einzelmaßnahme), realistische Selbstwirksamkeit (Einfluss dort, wo er besteht). Keine Anforderungen, sondern Orientierungsangebote.

12. Mai 2026 · 4 Minuten · Robert Bonnemann

Hinsehen ohne Angst: die Übung

Hinsehen, beschreiben, als sicher einordnen Zwischen dem Satz, eine Empfindung sei ungefährlich, und der Erfahrung, dass sie es ist, liegt ein erheblicher Abstand. Den Satz versteht man sofort. Die Erfahrung kann erst entstehen, wenn die Empfindung tatsächlich erlebt wurde. Dafür gibt es diese Übung. Im Kern ist sie schlicht. Sie richten Ihre Aufmerksamkeit auf die schmerzende Stelle und schauen, was dort ist. Worauf es ankommt, ist nicht das Hinschauen allein, sondern die Haltung, in der Sie hinschauen. Und genau die geht leicht verloren, ohne dass man es merkt. ...

8. Oktober 2026 · 7 Minuten · Robert Bonnemann

Orientierung im Alltag

Chronische Schmerzen entziehen sich häufig einer vollständigen Kontrolle. Orientierung heißt: realistische Einflussbereiche erkennen, Rückschläge einordnen, äußeren Druck abgrenzen, und wissen, wann ärztliche Abklärung notwendig bleibt.

12. Mai 2026 · 5 Minuten · Robert Bonnemann

Pacing jenseits der Bewegung

Die gleiche Logik in anderen Bereichen Pacing meint das gleichmäßige Dosieren von Belastung über den Tag (Übersicht: Pacing und Routinen ). Pacing wird häufig allein auf körperliche Aktivität bezogen, vor allem auf Bewegung. Die zugrundeliegende Logik trägt aber weiter: überall dort, wo das eigene System mit endlichen Ressourcen umgeht und auf Überdosierung mit verzögerten Folgen reagiert. Bei chronischen Schmerzen ist das System nicht nur durch Bewegung belastbar, sondern auch durch Reize, soziale Anforderungen, geistige Konzentration und emotionale Themen. Die gleiche Dosier-Idee greift in allen vier Bereichen. ...

13. Mai 2026 · 2 Minuten · Robert Bonnemann

Pacing und Routinen

Wiederholbarkeit schlägt Intensität Aktivität dosieren, nicht maximieren Pacing bedeutet, Aktivität nicht nach Tagesform zu dosieren, sondern nach einem stabilen Niveau, das auch an schlechten Tagen machbar bleibt. Routinen sind das, was dieses Pacing im Alltag trägt. Bei chronischen Schmerzen gehört zum Pacing, das Maß in kleinen Schritten zu erhöhen, wenn es einige Wochen stabil läuft. Eine Ausnahme ist ME/CFS mit Verschlechterung nach Belastung: Dort bedeutet Pacing vor allem, innerhalb der eigenen Energiegrenzen zu bleiben, und Steigerung ist nicht das Ziel. Mehr dazu unter ME/CFS und Long COVID . ...

13. Mai 2026 · 2 Minuten · Robert Bonnemann

Psychische und soziale Faktoren bei chronischen Schmerzen

Schmerz entsteht im Nervensystem aus Signalen, Gedanken, Gefühlen und Kontext. Das macht psychische und soziale Faktoren zu Mit-Verstärkern und zugleich zu Ansatzpunkten.

29. März 2026 · 4 Minuten · Robert Bonnemann

Schmerz neu einordnen: chronischen Schmerz verlernen?

Wenn der Alarm bleibt, obwohl nichts kaputt ist Die Bedeutung des Schmerzes verändern Bei manchen chronischen Schmerzen ist die Ursache nicht allein im Gewebe zu finden, sondern zu einem großen Teil in einem Nervensystem, das ein Schutzsignal weiter sendet, obwohl der Anlass vorbei ist. Für diese Schmerzform gibt es einen Ansatz, der nicht das Gewebe behandelt und nicht das Aushalten trainiert, sondern etwas Drittes: die Einordnung der Empfindung selbst. ...

29. Juli 2026 · 2 Minuten · Robert Bonnemann

Stress und Nervensystem

Schmerz und Nervensystem-Regulation Chronischer Schmerz ist immer auch eine Sache des Nervensystems. Dauerstress, Schlafmangel und anhaltende Anspannung können die Schmerzschwelle senken, ohne dass eine zusätzliche Verletzung vorliegt. Die gute Nachricht: Das lässt sich beeinflussen. Diese Seite ordnet ein, was im Nervensystem passiert, was entlasten kann und was Stress-Management nicht leistet. ...

11. Mai 2026 · 3 Minuten · Robert Bonnemann

Was Pacing und Routinen nicht sind

Was Pacing nicht leisten muss Pacing meint das gleichmäßige Dosieren von Belastung über den Tag (Übersicht: Pacing und Routinen ). Pacing wird häufig falsch verstanden: als Lebensstil-Programm, das diszipliniert durchgezogen werden muss, oder als Methode, mit der Schmerzen verschwinden, wenn man es nur richtig macht. Beides verfehlt den Punkt und erzeugt Druck, den Pacing eigentlich nehmen soll. Fünf Abgrenzungen, die im Verlauf immer wieder hilfreich sind. Pacing ist keine Selbstoptimierung. Pacing ist ein Werkzeug, keine Disziplin und kein Tracking-Projekt. Es geht nicht darum, jeden Tag eine bestimmte Schrittzahl zu erreichen, die eigene Belastbarkeit Woche für Woche zu maximieren oder den Tagesablauf nach Effizienzkriterien zu durchplanen. Wer Pacing in diesem Geist betreibt, übernimmt einen Leistungsmaßstab, vor dem das eigene System gerade Schutz braucht. Das Ziel ist zuerst Tragfähigkeit. Gesteigert wird erst aus einem stabilen Niveau heraus, in kleinen Schritten und ohne Leistungsdruck. ...

13. Mai 2026 · 3 Minuten · Robert Bonnemann

Was realistisch herauskommt

Bilanz auf drei Achsen Die naheliegende Frage, mit der man in so ein Vorgehen hineingeht, lautet: Wird es weniger weh tun? Diese Frage ist berechtigt und für eine Bilanz zu schmal. Drei Achsen statt einer ZahlBrauchbar ist der Blick auf drei Achsen. Die erste ist die Schmerzstärke. Die zweite ist die Beeinträchtigung, also das, was Sie wieder tun können. Die dritte ist die Angst, also wie viel Sorge Ihnen der Schmerz noch macht. Diese drei bewegen sich unterschiedlich schnell. Nach klinischem Eindruck kommt oft die dritte zuerst, dann die zweite, und die erste zuletzt oder gar nicht. Eine feste Reihenfolge ist das nicht, und belegt ist sie auch nicht. ...

29. Juli 2026 · 4 Minuten · Robert Bonnemann

Zurückholen, was weggefallen ist

Den Kreis wieder größer machen Eine Getränkekiste vom Boden heben. Eine Stunde im Auto sitzen. Ein Treffen mit Freunden zusagen, ohne zu wissen, wie der Tag wird. Bei chronischen Schmerzen können genau solche Dinge nach und nach aus dem Alltag verschwinden. Der Schmerz ist dabei vielleicht gar nicht stärker geworden. Kleiner geworden ist der Kreis, in dem sich das Leben bewegt. Dieses Kapitel beschreibt, wie er wieder größer werden kann, und warum das an der Größe der Schritte hängt und nicht am Mut. ...

8. Oktober 2026 · 9 Minuten · Robert Bonnemann

Ergänzungen

Schmerzschwankungen verstehen

Schmerzen, die in Wellen verlaufen, verunsichern viele Betroffene. Diese Seite ordnet ein, was Tagesschwankungen bei chronischen Schmerzen bedeuten und worauf sich der Blick im Verlauf lohnt zu richten.

1. Juni 2026 · 5 Minuten · Robert Bonnemann

Was wir wissen und was nicht

Diese Seite erklärt, warum die Studienlage bei chronischen Schmerzen oft dünn ist, wie sich Unsicherheit von Beliebigkeit unterscheidet und nach welcher Regel sich trotz offener Fragen entscheiden lässt.

14. Juli 2026 · 6 Minuten · Robert Bonnemann